Digitale Bühne

Hier finden Sie Videoaufzeichnungen von Konzerten, die vom DTKV Berlin im Rahmen der neuen Reihe DTKV Digitale Bühne veranstaltet werden und auf diese Weise trotz der coronabedingten Einschränkungen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden sollen.
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29. August 2020

Konzert 3 | DTKV - Digitale Bühne am 29.08.2020 in der Schwartzschen Villa - jetzt online!

Zum Auftakt der neu etablierten Digitalen Bühne des DTKV Berlin fanden am Samstag, den 29. August 2020, drei Konzerte mit Mitgliedern des Verbandes und Gästen im Großen Salon der Schwartzschen Villa statt. Die Konzerte wurden aufgezeichnet und stehen ab sofort als Streaming zur Verfügung. Hier sehen Sie Konzert III. mit: Christiane Edinger, Thilo Krigar, Duo Zeitlos (Detlef Bensmann & Lilly Paddags), Stefanie John, sowie Matthias Kadar



Duo Zeitlos | Detlef Bensmann - Altsaxophon, Lilly Paddags - Baritonsaxophon

Detlef Bensmann | Trias für Alt- und Baritonsaxophon

Detlef Bensmann hat „Trias für Alt- und Baritonsaxophon“ am 11. Dezember 2017 komponiert. Die Uraufführung fand am 17. Dezember 2017 in der Gemäldegalerie im Berliner Kulturforum statt mit dem Komponisten selbst (Altsaxophon) und Pai Liu (Baritonsaxophon) als Interpreten. Anlass war die Verabschiedung des Pfarrers Christhard-Georg Neubert (Gründungsdirektor der St.-Matthäus-Stiftung und zugleich Kunstbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Niederlausitz), in den Ruhestand. Detlef Bensmann komponierte mit den Tönen, die sich aus den Namen Christhard Georg Neubert ableiten lassen. Dabei verfuhr er wie schon Franz Schubert vor ihm: unter die Buchstaben für die Stammtöne und das zum Ton b erniedrigte h werden in alphabetischer Reihenfolge die anderen Buchstaben geschrieben, für die dann der entsprechende Ton oder einer der alterierten Vertreter ausgewählt werden kann:
a b c d e f g h
i j k l m n o p
q r s t u v w x
y z
Auf der ersten Seite stellt Detlef Bensmann das klingende „C“ in verschiedenen Oktaven und Farben der beiden Saxophone vor und lässt die beiden Spieler mit diesen Ping-Pong spielen. Dann folgt der zweite Buchstabe der Initialen des Namens, das „G“. Er erniedrigt im Altsaxophon sukzessive mikrotonal das „G“ zum „F“, unter dem im Alphabet das „N“ als dritter Buchstabe der Initialen steht. Er benutzt es aber nur als Vorhalt um es weiter zum „Fes“ (enharmonisch verwechselt „E“) zu erniedrigen. Ist das „E“ erreicht, tritt durch einen speziellen Griff und mittels spezieller Ansatztechnik das „G“ zur kleinen Terz im Altsaxophon hinzu. Währenddessen spielt das Baritonsaxophon als Orgelpunkt das „C“. Zuletzt erklingt also der C-Dur-Dreiklang, der in der frühen Kirchen-Musik als Symbol der Dreifaltigkeit galt, worauf sich der Titel „Trias“ bezieht. Die folgenden 3 Takte sind die zwei Vornamen und der Familienname. Anschließend wird mit diesen Motiven in unterschiedlichen Charakteren gespielt.

 

 

Thilo Krigar | Violoncello

Thilo Krigar | Leuchten für Violoncello solo (1988)

LEUCHTEN entstand 1988 aus den Eindrücken einer Bergwanderung auf den 5100 Meter hohen Nevado del Tolima in Kolumbien.

 

 

Duo Zeitlos | Detlef Bensmann - Altsaxophon, Lilly Paddags - Tenorsaxophon

Gabriel Iranyi | Charisma I. Lento, tempo flessibile für Sopran- und Tenorsaxophon (2019)

Charisma I, II, III für 2 Saxophone (2020) ist als Zyklus von 3 Charakterstücken konzipiert. Die einzelnen Stücke enthalten Momentaufnahmen mit charismatischen bzw. ungewöhnlichen Klängen: mikrotonale Reibungen, Mehrklang-Begegnungen, Glissandi und bewegte Klangspektren im I. Stück, virtuose Tonrepetitionen und rhythmisierte Luft- und Klappengeräusche im II. Stück und Pulsationen, schnelle Lagenwechsel, „lachende Töne“ und Partialtöne in immer höheren Lagen im III. Stück. Jedes Stück besitzt seine unverwechselbaren Charakterzüge, wobei immer ein Kausalitätsprozess die folgenden Reaktionen und überraschenden Lösungen entstehen lässt. (Gabriel Iranyi)

 

 

Christiane Edinger | Violine

Gabriel Iranyi | Verborgene Landschaften für Violine solo (2014)
I. Corrente ( Fließend ) - II. Lento, tranquillo - III. Presto

In meinem Stück Verborgene Landschaften für Violine solo (2014) habe ich versucht, besondere Bereiche der Klangfarben und Artikulation zu berühren, deren Kausalität sich in den kleinsten Klangpartikeln verbirgt. Im I. Satz, Corrente verbinden sich Klangfarben mit Bewegungsimpulsen, im Satz II. Lento tranquillo alternieren Kantilene, mikrotonale Zweistimmigkeit und flüchtige Flageoletten und im Satz III. Presto wird eine äußerste Geschwindigkeit erreicht, die die unterschiedlichen Gruppierungen in eine berauschende Sukzession verschmelzen lässt. (Gabriel Iranyi)

 

 

Lilly Paddags | Sopransaxophon

Lilly Paddags | l’expression musical de la fonction d’angle pour saxophone soprano seul

Das Stück komponierte ich im Zeitraum von Januar bis März 2017. Anlass war die Teilnahme am Saxophon-Wettbewerb innerhalb des Europäischen Saxophon Forums im polnischen Wrozlaw (Breslau), bei dem ich einen zweiten Preis erlangte und für meine Komposition mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Das Werk erscheint bei Ries & Erler Berlin.
Der Titel des Stückes benennt die Hauptinspirationsquelle, die für mich bei der Ideenfindung eine zentrale Rolle spielte. Die Winkelfunktionen Sinus, Cosinus, Tangens und ihre Abbildungen waren Anfang des Jahres gerade Unterrichtsthema in meiner 12. Klasse und ich war fasziniert von ihren vielseitigen Formen und der Möglichkeit sie in einen musikalischen Zusammenhang zu setzen.
Die Abbildungen der verschiedenen Winkelfunktionen werden durch Kurven oder Wellen dargestellt, welche sowohl die Dynamik und Tempi eines Werks bestimmend als auch als freie Expressionskurven auskomponiert werden können, wobei mich damals vor allem letztere Möglichkeit interessierte. Ich versuchte Melodien, rhythmische Motive und auch größere musikalische Abschnitte nach Vorbild der Kurven zu komponieren.
Im Trillerimprovisationsteil in der zweiten Hälfte des Stückes habe ich bspw. nur eine abstrakte Expressionskurve gesetzt, die sich zwar nicht mehr an bestimmbare Winkelfunktionen anlehnt, jedoch immer noch einen visuellen Zusammenhang darstellt und vom Spieler möglichst frei interpretiert werden soll. Sie kann sich sowohl auf Dynamik und Tempo der Triller beziehen als auch auf den Klang des Saxophons und den musikalischen Ausdruck, mit dem gespielt wird.
Die gewählte, abstrakte Inspirationsquelle aus dem Mathematischen legte für mich die Verwendung von neuen und innovativen Spieltechniken nahe, denen immer schon mein besonderes Interesse galt. Die verschiedenen Motive und Klänge entwickelte ich selbst, durch Improvisation mit dem Instrument.
Meine Arbeit an diesem Stück wurde - sowohl bei der Vorbereitung, als auch während des Komponierens - wesentlich unterstützt von meinem Saxophondozenten an der HfM „Hanns Eisler“ Berlin, und geschätztem Kollegen Detlef Bensmann.
In den letzten 3 Jahren habe ich das Stück viele Male in den unterschiedlichsten Konzertsituationen aufführen dürfen. Aufgrund meiner Aufführungserfahrungen und kontinuierlichen Entwicklung meines Spiels in den letzten 3 Jahren habe ich es mehrmals verändert und überarbeitet. Diese Entwicklung könnte man wieder mit einer mathematischen Kurve beschreiben. (Lilly Paddags, im August 2020)

 

 

Stefanie John | Violoncello

Stefanie John | Planik (II.) und Versprechen (III.) aus der Hochzeitssuite für Cello solo

In der "Hochzeitssuite" für Campanula-Cello solo beschreibt Stefanie John fünf bewegende Momente: Vom Herzklopfen bei der "Liebeserklärung" über die aufregende Planung bis hin zur fröhlichen Hochzeitsfeier. Das klingt mal klassisch in Anlehnung an die berühmten Suiten von J.S. Bach und mal kontemplativ, schwelgerisch oder richtig groovy.

 

 

Matthias Kadar | Gitarre und Gesang

Matthias Kadar | Drei Lieder (Gedichtvertonungen):
"Çatodas" (Gedicht von Dagmara Kraus)
"Le Vampire" (Gedicht von Charles Baudelaire)
"Flötenspiel" (Gedicht von Hermann Hesse)

Das erste Lied "Çatodas" nach einem Gedicht von Dagmara Kraus spricht über die Mehrsprachigkeit - auf Deutsch, Polnisch und Französisch. "Le Vampire", eine Baudelaire-Vertonung wird in der französischen Originalfassung vorgetragen, das dritte Lied "Flötenspiel", nach Hermann Hesse, auf Deutsch.

 

 

Thilo Krigar - Violoncello, Duo Zeitlos (Detlef Bensmann - Altsaxophon & Lilly Paddags - Tenorsaxophon), Stefanie John - Violoncello, Matthias Kadar - Textvortrag, Gesang

Freie Improvisationen der Mitwirkenden über das Gedicht '3-2-2-3-2-2-3-2-2' von Dagmara Kraus

 

 

Das vollständige Konzertprogramm mit Informationen zu den Werken und Mitwirkenden finden Sie hier.

 

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